Tulla-Gymnasium sammelt für Ukraine-Flüchtlinge

 

Tulla-Gymnasium Rastatt unterstützt Flüchtlinge / Spielzeug und Geld sollen Not lindern


Im Bio-Raum des Tulla-Gymnasiums stapeln sich Kisten mit Kuscheltieren, Puzzles und Malbüchern. Die Tische stehen voll mit Konserven, Nudeln und haltbaren Lebensmitteln. In der Ecke türmen sich Windeln, Seifen und trockene Babynahrung. Die Spenden für die Ukraine füllen ein ganzes Klassenzimmer.

Bereits seit mehreren Wochen sprechen die Lehrer mit den Kindern und Jugendlichen über den Krieg. Lehrerin Claudia Schön sagt: „Die Thematik trifft auf große Anteilnahme der Schüler.“ Aus den Gesprächen heraus entwickelte sich der Wunsch, zu handeln: „Sie wollen helfen.“ Also rief die Schulgemeinschaft eine Spendenaktion für die Opfer des Ukraine-Kriegs ins Leben.

Nach Absprachen mit der Stadt und der Schulleitung begannen die Lehrerinnen Claudia Schön und Denise Stempfle mit den Vorbereitungen. Die Schülervertretung unterstützte sie dabei tatkräftig. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Flüchtlingen zu helfen und deren Integration zu unterstützen. Der Spendenzeitraum hat am 23. März begonnen und sollte am 30. März enden. Da die Spenden weiterhin zahlreich eintreffen, laufe das Projekt noch bis Ende dieser Woche weiter, sagt Schön. „Eltern sind teilweise mit vollen Autos hier angefahren.“ Die Schülersprecher haben jeweils einen Tag in der Woche die Verantwortung, Spenden anzunehmen und zu sortieren. Anstatt in der Pause draußen mit Freunden zu sitzen, kümmern sie sich sozusagen um die Warenannahme. „Es ist ja für einen guten Zweck“, sagt Siebtklässler Till Voigt, jüngstes Mitglied der Schülervertretung. „Es ist schön zu sehen, dass so viele Leute uns unterstützen“, sagt er.

Parallel zu den Sachspenden verkaufen die Schüler im Foyer des Gymnasiums selbstgemachte Buttons, Postkarten und Aufkleber. Für jeweils einen Euro gibt es noch eine gelb-blaue Süßigkeit in den Farben der Ukraine-Flagge dazu. Bei der Aktion seien bereits über 500 Euro an Spenden zusammengekommen, sagt Schön.

Das Geld geht an die Rosinen-Initiative in Karlsruhe. Deren Helfer arbeiten mit dem Verein „Ukrainer in Karlsruhe“ zusammen und bringen einen Teil der Sachspenden in Richtung Krisengebiet. Die Tulla-Lehrerinnen verfassten einen Elternbrief, in dem sie schrieben, was die Initiative benötigt: Lebensmittel, Hygieneartikel und Medizin. Von Kleidungs- und Textilspenden rieten sie ab.

Der andere Teil der Sachspenden geht an die Stadt Rastatt. Hierfür sammelten Schüler und Lehrer Spielsachen, Stofftiere und Schulsachen für die Kinder der Flüchtlingsfamilien, sagt Schön. Sogar mehrere Fahrräder kamen zusammen. „Die Eltern und Kinder haben sich viele Gedanken gemacht“, sagt Stempfle.

Es sei ihnen wichtig gewesen, Sachspenden zu sammeln, die keine Deutschkenntnisse voraussetzen, zum Beispiel Puzzles, Lego und Playmobil. Die wenigsten Flüchtlinge hätten Spielsachen für ihre Kinder dabei.

Die Spenden gehen an das Martha-Jäger-Haus. Dessen Bewohner haben das ehemalige Pflegeheim am vergangenen Dienstag verlassen und sind in einen Neubau auf dem Hatz-Areal umgezogen. Helfer des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr haben Teile des Gebäudes bereits für den Einzug von Flüchtlingen vorbereitet.

Stempfle freut sich, dass das Tulla einen Teil dazu beitragen kann, die Not der Menschen zu lindern. Es sei erstaunlich viel zusammengekommen: „Wir können nichts gegen den Krieg tun, aber wir können was für die Leute tun.“

Bianca Kunz (BNN, 01.04.2022)

 


Weitere Bilder und Informationen zur Sammelaktion:


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